Jede gerettete Wiese ist ein kleiner Sieg.
Wir fliegen Wiese für Wiese – manche Höfe seit Jahren, manche zum ersten Mal. Was zählt, ist das Vertrauen der Landwirte und die Bereitschaft, früh aufzustehen.
Im Frühjahr drücken sich Rehkitze ins hohe Gras – statt zu fliehen. Unsere Wärmebild-Drohnen finden sie aus der Luft, bevor die Mahd beginnt. Lokal aus Niedergailbach. Für den Bliesgau.
Am Hof in Niedergailbach packt das Team die Drohne aus. Auf der Wiese gegenüber soll heute gemäht werden, drei Hektar, der Mähbalken kommt um sieben. Die Nacht war kühl – das ist gut. Kühlere Wiese heißt: jedes warme Lebewesen darin tritt deutlich hervor.
Der Pilot startet, die Wärmebildkamera schaltet sich ein. Auf dem Display erscheinen weiße Punkte – Mäuse, Vögel. Und dann, am östlichen Rand der Wiese, ein größerer Fleck. Nicht rund. Länglich. Ein Kitz. Das Team läuft hin, markiert die Stelle mit einem Grasbüschel, setzt einen Korb darüber.
Eine halbe Stunde später ist die Wiese komplett abgeflogen. Drei Kitze gesichert. Der Landwirt fährt seinen Schlepper an, das Team trinkt Kaffee aus Thermoskannen. Nach der Mahd kommen die Markierungen weg, die Ricken holen ihre Jungen zurück. So sieht ein guter Morgen aus.
Rehkitze haben in ihren ersten Lebenswochen keinen Fluchtinstinkt. Sie ducken sich ins hohe Gras und vertrauen darauf, dass ihre Tarnung sie schützt. Gegen einen Mähbalken wirkt diese Strategie tödlich – ausgerechnet die Setzzeit im Mai und Juni fällt mit der ersten Mahd zusammen.
Klassische Methoden – Absuchen zu Fuß, Vergrämen, Scheuchen – helfen nur bedingt. Eine Wiese mit hüfthohem Bewuchs ist groß, das Zeitfenster vor der Mahd kurz, und ohne Hilfsmittel bleibt vieles unentdeckt.
In den frühen Morgenstunden – wenn die Wiese kühl ist und Kitze deutlich gegen den Boden hervortreten – fliegen unsere Wärmebild-Drohnen die Fläche systematisch ab. Die Kamera meldet jedes warme Lebewesen, ein Team am Boden sichert oder markiert die Kitze. Nach der Mahd kehren sie zu den Ricken zurück.
Rehkitze ducken sich bei Gefahr und verharren regungslos. Sie besitzen keinen Fluchtinstinkt. — Sebastian Oberinger, 1. Vorsitzender
Landwirt meldet Fläche und Mähtermin 3–5 Tage im Voraus.
Die Drohne fliegt mäanderförmig, das Team folgt zu Fuß.
Gefundene Kitze werden abgedeckt oder in Kisten umgesetzt.
Erst wenn alle Bereiche geprüft sind, ist die Fläche frei.
Seit der Gründung im November 2023 stehen unsere Teams Saison für Saison im Morgengrauen auf den Wiesen des Bliesgaus. Jeder Einsatz bedeutet Stunden Vorbereitung, Koordination mit Landwirten – und im besten Fall: gerettete Leben.
Wir fliegen Wiese für Wiese – manche Höfe seit Jahren, manche zum ersten Mal. Was zählt, ist das Vertrauen der Landwirte und die Bereitschaft, früh aufzustehen.
Von Niedergailbach bis ins südliche Bliestal – jeden Frühling neu.
Plus Dammwild, Fasanengelege und andere Wildtiere.
Die Anschaffung der Wärmebild-Technik wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.
Pilot:innen, Suchhelfer, Organisation – alle arbeiten unbezahlt. Spenden fließen direkt in die Arbeit.
Wir arbeiten zu 100 % ehrenamtlich. Jeder gespendete Euro fließt direkt in die Arbeit auf der Wiese: Akkus, Wartung, Versicherung, Schulungen und die Koordination der Einsätze in der Setzzeit.
Den Betrag wählst du frei auf betterplace.org. Spendenbescheinigung erhältst du dort automatisch.
E-Mail an kitzrettung@niedergailbach.com mit Lage, Größe und Mähtermin (3–5 Tage Vorlauf). Kostenfrei. Geltungszeitraum: 15. April – 15. Juli.
Wir suchen Menschen, die früh aufstehen können, gerne draußen sind und mit anpacken: ob beim Wiesensuchen, beim Drohnenflug oder hinter den Kulissen.
Gegründet am in Niedergailbach, Ortsteil der Gemeinde Gersheim. Wir arbeiten rein ehrenamtlich – ohne bezahlte Stellen, ohne Verwaltungsapparat. Unsere Motivation: Tiere schützen und Landwirten den Rücken stärken, damit Kulturlandschaft und Wildtierschutz zusammen funktionieren.
Wir kooperieren eng mit Landwirten, Jagdpächterinnen, der Gemeinde Gersheim und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das die Anschaffung unserer Wärmebild-Technik gefördert hat.
Schreib uns eine E-Mail an kitzrettung@niedergailbach.com oder nutze das Formular unter „Mithelfen". Wichtig: Lage, Größe und Mähtermin (3–5 Tage Vorlauf).
Wir markieren oder sichern sie für die Dauer der Mahd – mit einem Grasbüschel als Sichtmarke oder einer offenen Transportkiste. Direkt nach der Mahd wird die Sicherung aufgehoben, die Ricke findet ihr Kitz wieder. Wir nehmen Kitze nicht mit nach Hause.
Ja – wir brauchen Menschen, die früh aufstehen können, gerne draußen sind und keine Angst vor nassen Wiesenstiefeln haben. Drohnenpilot:innen mit Erfahrung sind besonders willkommen, genauso wichtig sind Helfer:innen, die suchen, tragen oder organisieren.
Wir fliegen niedrig und systematisch, nur in den Morgenstunden und nur über zu mähenden Flächen. Brutvögel und andere Bodenbrüter werden so wenig wie möglich gestört. Die saarländische Allgemeinverfügung enthält zusätzlich Schutzauflagen.
Wir sind als gemeinnütziger Verein eingetragen. Alle Einnahmen fließen direkt in die Arbeit – Akku-Sätze, Wartung der Drohnen, Versicherung, Schulungen, Anfahrt. Niemand bei uns wird bezahlt.
Nein. Unsere Einsätze sind für Landwirtinnen und Landwirte kostenfrei. Wir finanzieren uns aus Spenden, Förderungen und Eigenleistung.
Ja. Unsere Pilot:innen verfügen über den notwendigen EU-Kompetenznachweis. Die Einsätze finden im Rahmen der saarländischen Allgemeinverfügung statt, die seit Mai 2026 gilt.
Nein. Die Rehkitzrettung Saarland e. V. ist eine eigene, saarlandweit tätige Organisation. Wir sind der lokale Bliesgau-Verein, koordinieren uns aber gerne mit ihnen.