Setzzeit aktiv · 15. April – 15. Juli

Bevor der Mäher kommt: wir retten Kitze im Bliesgau.

Im Frühjahr drücken sich Rehkitze ins hohe Gras – statt zu fliehen. Unsere Wärmebild-Drohnen finden sie aus der Luft, bevor die Mahd beginnt. Ehrenamtlich. Aus Niedergailbach. Für den Bliesgau.

Gemeinnützig Bliesgau · Saarland Gefördert vom BMEL
Das Problem

Warum Kitze die Mahd selten überleben.

Rehkitze haben in ihren ersten Lebenswochen keinen Fluchtinstinkt. Sie ducken sich ins hohe Gras und vertrauen darauf, dass ihre Tarnung sie schützt. Gegen einen Mähbalken wirkt diese Strategie tödlich – ausgerechnet die Setzzeit im Mai und Juni fällt mit der ersten Mahd zusammen.

Klassische Methoden – Absuchen zu Fuß, Vergrämen, Scheuchen – helfen nur bedingt. Eine Wiese mit hüfthohem Bewuchs ist groß, das Zeitfenster vor der Mahd kurz, und ohne Hilfsmittel bleibt vieles unentdeckt.

Rehkitze ducken sich bei Gefahr und verharren regungslos. Sie besitzen keinen Fluchtinstinkt. — Sebastian Oberinger, 1. Vorsitzender
Unsere Antwort

Wärmebild aus der Luft.
Sicherung am Boden.

In den frühen Morgenstunden – wenn die Wiese kühl ist und Kitze deutlich gegen den Boden hervortreten – fliegen unsere Wärmebild-Drohnen die Fläche systematisch ab. Die Kamera meldet jedes warme Lebewesen, ein Team am Boden sichert oder markiert die Kitze. Nach der Mahd kehren sie zu den Ricken zurück.

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    Anmeldung der Fläche

    Landwirt meldet Fläche und Mähtermin 3–5 Tage im Voraus.

  2. 2
    Flug im Morgengrauen

    Die Drohne fliegt mäanderförmig, das Team folgt zu Fuß.

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    Sichern oder Markieren

    Gefundene Kitze werden abgedeckt oder in Kisten umgesetzt.

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    Freigabe zur Mahd

    Erst wenn alle Bereiche geprüft sind, ist die Fläche frei.

Wirkung seit 2023

Was passiert, wenn Wiese und Wärmebild zusammenarbeiten.

Seit der Gründung im November 2023 stehen unsere Teams Saison für Saison im Morgengrauen auf den Wiesen des Bliesgaus. Jeder Einsatz bedeutet Stunden Vorbereitung, Koordination mit Landwirten – und im besten Fall: gerettete Leben.

Hunderte Hektar abgesucht.

Von Niedergailbach bis ins südliche Bliestal – jeden Frühling neu.

Dutzende Rehkitze gerettet.

Plus Dammwild, Fasanengelege und andere Wildtiere.

BMEL-gefördert.

Die Anschaffung der Wärmebild-Technik wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Ehrenamtliches Team.

Pilot:innen, Suchhelfer, Organisation – alle arbeiten unbezahlt. Spenden fließen direkt in die Arbeit.

Stimmen

Was Vorstand, Gemeinde und Land sagen.

Das Gras reichte mir bis zum Hals, ich konnte meine eigenen Füße nicht sehen. Ohne Wärmebild von oben hätten wir die Kitze nie gefunden.

Sebastian Oberinger1. Vorsitzender

Die Gemeinde Gersheim unterstützt die Arbeit voll und ganz. Der Schutz von Wildtieren ist eine wichtige Aufgabe – und wir sind stolz auf die bisherigen Erfolge.

Michael ClivotBürgermeister Gersheim

Die Allgemeinverfügung verbindet den Schutz der heimischen Tierwelt mit den Anforderungen einer modernen Landwirtschaft – ein einheitlicher Rechtsrahmen statt Einzelfall-Genehmigung.

Petra BergUmweltministerin Saarland
Mithelfen

Mit anpacken statt nur zuschauen.

Wir suchen Menschen, die früh aufstehen können, gerne draußen sind und mit anpacken: ob beim Wiesensuchen, beim Drohnenflug oder hinter den Kulissen.

Bitte deinen Namen eintragen.
Bitte eine gültige E-Mail-Adresse angeben.
Bitte eine Rolle auswählen.
Für Landwirte & Jagdpächter

Wiese melden, Kitze retten.

Du bewirtschaftest Wiesen rund um den Bliesgau und möchtest die Mahd sicher gestalten? Wir kommen mit Drohne und Team – kostenfrei für dich. Wichtig ist nur: melde dich rechtzeitig.

Wann meldest du am besten?

  • 3–5 Tage vor der Mahd – damit wir den Flug planen können.
  • Sobald der voraussichtliche Mähtermin feststeht.
  • Bevorzugt während der Setzzeit Mai & Juni.

Was wir von dir brauchen

  • Lage der Fläche (Flurstück, Karte oder Treffpunkt).
  • Ungefähre Größe der Fläche.
  • Geplanter Mähtermin und Uhrzeit.
  • Kontaktdaten für die Abstimmung am Vorabend.

So läuft ein Einsatz ab

  1. Kontaktaufnahme & Terminabstimmung.
  2. Drohnenflug in den frühen Morgenstunden.
  3. Sicherung der gefundenen Kitze durch unser Team.
  4. Freigabe der Fläche – dann darf gemäht werden.

Was du nicht bezahlen musst

  • Unsere Einsätze sind kostenfrei für Landwirte.
  • Spenden helfen, das auch in Zukunft so zu halten.
  • Steuerlich absetzbare Spendenquittungen möglich.
Wiese jetzt anmelden
Über uns

Ein Verein aus dem Bliesgau, für den Bliesgau.

Gegründet am in Niedergailbach, Ortsteil der Gemeinde Gersheim. Wir arbeiten rein ehrenamtlich – ohne bezahlte Stellen, ohne Verwaltungsapparat. Unsere Motivation: Tiere schützen und Landwirten den Rücken stärken, damit Kulturlandschaft und Wildtierschutz zusammen funktionieren.

Wir kooperieren eng mit Landwirten, Jagdpächterinnen, der Gemeinde Gersheim und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das die Anschaffung unserer Wärmebild-Technik gefördert hat.

Sebastian Oberinger 1. Vorsitzender & Initiator
[Name folgt] 2. Vorsitzende:r
[Name folgt] Kassenwart:in
Ehrenamtliche Pilot:innen, Suchhelfer:innen, Organisation
FAQ

Häufige Fragen.

Wie melde ich meine Wiese?

Schreib uns eine E-Mail an kitzrettung@niedergailbach.com oder nutze das Formular unter „Mithelfen". Wichtig sind: ungefähre Lage, Größe der Fläche und dein geplanter Mähtermin. Je früher du dich meldest, desto besser können wir den Einsatz koordinieren.

Was passiert mit den gefundenen Kitzen?

Wir markieren oder sichern sie für die Dauer der Mahd – meistens mit einem Grasbüschel als Sichtmarke oder einer offenen Transportkiste. Direkt nach der Mahd wird die Sicherung aufgehoben, und die Ricke findet ihr Kitz wieder. Wir nehmen Kitze nicht mit nach Hause; sie bleiben so lange wie möglich in Mutternähe.

Darf jede:r bei der Kitzrettung mitmachen?

Ja – wir brauchen Menschen, die früh aufstehen können, gerne draußen sind und keine Angst vor nassen Wiesenstiefeln haben. Drohnenpilot:innen mit Erfahrung sind besonders willkommen, aber genauso wichtig sind Helfer:innen, die suchen, tragen oder organisieren.

Wie wird sichergestellt, dass andere Tierarten nicht gestört werden?

Wir fliegen niedrig und systematisch, nur in den Morgenstunden und nur über zu mähenden Flächen. Brutvögel und andere Bodenbrüter werden so wenig wie möglich gestört. Die saarländische Allgemeinverfügung enthält zusätzlich Schutzauflagen für Lebensräume und besonders empfindliche Arten – an die halten wir uns strikt.

Wie wird mit den Spenden umgegangen?

Wir sind als gemeinnütziger Verein eingetragen. Alle Einnahmen fließen direkt in die Arbeit – Akku-Sätze, Wartung der Drohnen, Versicherung, Schulungen, Anfahrt. Niemand bei uns wird bezahlt. Auf Wunsch stellen wir Spendenbescheinigungen aus.

Ist der Einsatz für Landwirte kostenpflichtig?

Nein. Unsere Einsätze sind für Landwirtinnen und Landwirte kostenfrei. Wir finanzieren uns aus Spenden, Förderungen und Eigenleistung. Wenn du als Landwirt:in trotzdem unterstützen möchtest, freuen wir uns über jede Form der Hilfe – Spende, Sachleistungen oder Empfehlungen.

Braucht ihr Drohnen-Genehmigungen?

Ja. Unsere Pilot:innen verfügen über den notwendigen EU-Kompetenznachweis und die Einsätze finden im Rahmen der saarländischen Allgemeinverfügung statt, die seit Mai 2026 gilt und Wärmebild-Einsätze zur Wildtierrettung deutlich erleichtert.

Wie kann ich euch sonst unterstützen, ohne zu spenden?

Über eine Vereinsmitgliedschaft, durch Sachspenden (z. B. Akku-Sets, Transportkisten), durch Empfehlungen an Landwirte in der Region oder als ehrenamtliche:r Helfer:in vor Ort. Sprich uns einfach an – wir finden gemeinsam, was passt.

Kontakt

Direkt & persönlich.

Du hast Fragen zur Mithilfe, möchtest deine Wiese anmelden oder einfach mehr wissen? Schreib uns – wir melden uns zeitnah zurück.

Postanschrift

Kitzrettung Niedergailbach e. V.
Bischof-Weis-Straße [Hausnr. ergänzen]
66453 Gersheim, Saarland